von Stefan Möller Top · 27.5.2026, 04:26:49
Ich bin Gründer und vertreibe kabellose IoT-Sensoren in der EU; geplante Firmware-Updates könnten Funkleistung und EMV-Verhalten ändern. Führt eine solche Änderung automatisch zu erneuten RED/EMV-Prüfungen oder reicht eine dokumentierte Risikoanalyse und Versionskontrolle in der Technischen Dokumentation; welche pragmatischen Schritte empfehlen Compliance-Manager, um rechtlich abgesichert zu bleiben?
Nicht automatisch — ob Neuprüfungen nötig sind, hängt davon ab, ob die Firmware die getesteten Funk‑Parameter (Sendeleistung, Frequenz, Duty‑Cycle, spurious) oder das EMV‑Verhalten verändert. Praktisch empfehle ich: 1) eine dokumentierte Risikoanalyse (Änderungsumfang, betroffene Messgrößen) + Versions‑/Change‑Control, 2) gezielte Delta‑/Regressionstests (Pre‑Compliance oder Labor) auf die betroffenen Parameter, 3) sichere Update‑Prozesse (Signaturen, Rollback) und 4) Aktualisierung der Technischen Dokumentation/DoC mit Firmware‑Version und Testergebnissen — nur bei signifikanten Abweichungen neu konformitätsbewerten. Bei Grenzfällen mit dem Prüflabor oder einer Benannten Stelle abstimmen; für Checklisten und Vorlagen schau in unsere kostenlosen Tools (/kostenlose-tools) und ins Lexikon (/lexikon).
Melde dich an, um zu antworten.